Karl-Heinz Rösler

Karl-Heinz Rösler

Donnerstag, 14 August 2014 00:00

Schießausbildung

Schießausbildung – eine Betrachtung

Bis Mitte der Siebziger-Jahre lief die Schießausbildung der behördlichen Waffenträger – nicht nur in Österreich – nach Kriterien des sportlichen Schießens ab.

Vornehmlich einhändiges Schießen, meistens auf Kreisringscheiben und eine verbogene und instabile Körperhaltung, den Verfassern ist noch die damals propagierte „Fechterstellung“ in Erinnerung, auf hellerleuchteten Sportschieß-ständen, waren das „Nonplusultra“. Wenn sich dann einer von 10 Schüssen im Zentrum befand, war das schon ausreichend. Schlechte Lichtverhältnisse beim Waffengebrauch, Deckungsverhalten, richtiges Erkennen des Zieles, etc. waren kein Thema.

Nachdem dann zu dieser Zeit aus den USA kommend, das „Combatschiessen“ in Europa bekannt wurde, kam es zuerst zögernd, dann aber immer schneller, auch hierzulande, durch engagierte Beamte auf privater Basis zu Versuchen der Abhilfe. Nachdem in Vorarlberg die Interessengemeinschaft Schießkeller Kennelbach seit 1976 in ihrem Schießkeller das praxisbezogene Schießen in den Vordergrund stellte und auch in anderen Bundesländern diese Schießpraxis Fuß fasste, konnten sich die betroffenen Vorgesetzten diesem Thema nicht länger entziehen. Seit Beginn der Achtziger-Jahre wurde auch die behördliche Schießausbildung in kleinen Schritten in die richtige Richtung gebracht. Der Umbau des damals noch recht neuen, aber nach sportlichen Kriterien errichteten Exekutivschießstandes in Koblach/Vorarlberg zeugt davon.

Nach der Schießgrundausbildung des Waffenträgers sollte er vorrangig zur sicheren und präzisen Abgabe des Schusses befähigt sein. Richtige Körperhaltung, entsprechendes Abzugsverhalten in Verbindung mit dem richtigen Ergreifen der Waffe, auch beim Ziehen aus dem Holster, in beidhändigem Anschlag ohne Vernachlässigung des einhändigen Schießens mit der starken und der schwachen Hand, sind die Voraussetzung zur Überleitung in die weitere, praxisbezogene Schießausbildung.

Mehrere Punkte müssen dabei in Betracht gezogen werden:

1.   Entsprechendes Scheibenmaterial. Das Nonplusultra wäre die Verwendung der farbigen realitätsnah gestalteten Figurenscheiben. Die hohen Kosten rechtfertigen aber nicht deren laufende Verwendung. Sie sind aber für die taktische, situationsbezogene Schießausbildung unabdinglich. Bei der Verwendung anderer Zielscheiben, egal, ob vereinfachte Figurenscheiben oder verschiedene Formen der Geometrie, ist aber darauf zu achten, dass die Zielfläche dunkel ist. Weiße DIN A4 Blätter, auf die Scheibenunterlage geklammert, sind ja einfach und preiswert und mögen in der Grundausbildung hilfreich zum Erkennen der Trefferlage sein, sind aber für die praxisbezogene Ausbildung nicht geeignet. In der Realität ist die Zielfläche fast immer im dunkleren Bereich angesiedelt, auch in den wenigen Fällen, in denen strahlendes Sonnenlicht oder die Bestrahlung durch Scheinwerfer erfolgt, zumal bei uns Täter in einem weißen Nachthemd oder mit landestypischer Bekleidung bei morgenländischer Herkunft doch eher selten sind.

2. Schießausbildung bei schlechten Lichtverhältnissen bis hin zur völliger Dunkelheit unter Verwendung einer Lichtquelle. Auch das ist die Realität bei einem allfälligen Schusswaffeneinsatz. Hier haben auch ansonsten gut ausgebildete Waffenträger, die nur unter den normalen Lichtverhältnissen eines Schießstandes trainiert wurden, erhebliche Probleme.

3. Das Schießen mit beiden geöffneten Augen ist zu trainieren. Es ermöglicht dem Waffenträger in Konfrontationen durch eine 180 Grad Sehwinkel einen weit größeren Überblick über das Szenario. Seitliche Beeinflussungen oder gar Bedrohungen können schneller wahrgenommen und eingeordnet werden.

4. Die Ausbildung zum richtigen Einnehmen von Deckungen ist ebenfalls intensiv durchzuführen. Geschützt durch eine Deckung in einer Konfrontation mit einem Schusswaffengegner ist lebenserhaltend. Nur, nicht jede Deckung bietet auch Schutz. Das Niederwerfen hinter einem Sofa oder einem Möbelstück sieht im Film ja ganz gut aus, aber bietet gegen großkalibrige Faustfeuerwaffenmunition keinen Schutz, eben so wenig wie das Blech und die Verglasung eines Kraftfahrzeuges. Wegen der Übersicht sind Deckungen, in denen tief geduckt werden muss, nach Möglichkeit zu meiden. Eine Ausnahme bildet hier nur die Motorhaube eines Pkw, hinter der man durch den Motor in einem gewissen Maß geschützt sein wird. Es ist zu beachten, dass bei einer Änderung der Situation eine augenblickliche Standortveränderung unter Beibehaltung der Kampffähigkeit erforderlich sein kann. Auch die Sicht in Richtung Gegner darf niemals aufgegeben werden. Innerhalb von Sekunden kann dieser Maßnahmen setzen, die ihm die Überlegenheit sichern. In tiefer Hocke oder gar liegend und blind in Richtung Konfrontation kann der Gegner schneller „über“ einem sein, als einem lieb ist.

Vorliegende Kurzbetrachtung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, aber die angeführten Punkte

Zielmedium, Lichtverhältnisse, Sichtwinkel, Deckungsverhalten

sind bei einer zielführenden Schießausbildung elementar. Diese Erkenntnisse haben die Unterzeichneten, in bis zu fast 40 Jahren als Gendarmerie- und Polizeibeamte im Außendienst, in weit über 20-jähriger Tätigkeit als Schieß-, bzw. Einsatztrainer und als eine der Initiatoren der Interessengemeinschaft Schießkeller Kennelbach der Exekutivbeamten erfahren dürfen. Sie hoffen, dass diese Punkte weiterhin in die Ausbildung von Waffenträgern jeglichen Hintergrundes einfließen werden, zur Sicherheit eines jeden, der die Interessen unseres Gemeinwesens mit der Schusswaffe und unter Einsatz seines Lebens und seiner Gesundheit vertritt.          

Helmut und Karl-Heinz Rösler

Zur Geschichte und zur Philosophie unseres

Internationalen Verteidigungsschießens

 

Bereits in den Anfangsjahren der Interessengemeinschaft Schießkeller Kennelbach der Exekutivbeamten (IGSK) ab 1976 war uns klar, dass die Ausbildung der dienstlichen Waffenträger nach wirklichkeitsnahen Kriterien durchzuführen ist. (Siehe auch Geschichte der Interessengemeinschaft).

Eine große Hilfe in diese Richtung waren zu dieser Zeit und in den folgenden Jahren  die deutschen Experten Siegfried F. HÜBNER und H.J. STAMMEL, welche fundierte Publikationen veröffentlichten und zu Recht als Initiatoren für diese neue Art der Schießausbildung im deutschen Sprachraum galten. Wir haben uns mit deren Theorien und Praktiken  sogleich identifiziert und sie natürlich auch genauestens unter die Lupe genommen. Wir nehmen daher für uns in Anspruch, die Ersten in Österreich gewesen zu sein, die diese Art des Schießens und die entsprechende Ausbildung, wenn auch auf privater Basis, eingeführt   haben.

Sicher auch inspiriert durch die Thesen der beiden haben Kollegen der Polizei in Lüttich/Belgien, federführend dabei Francis DORAO, eine Anzahl von farbigen, lebensecht gestalteten Feind/Freund Scheiben gestaltet, die sie auch Kollegen anboten. Selbstredend haben wir da sofort zugegriffen und diese universellen Scheiben in unsere Ausbildung aufgenommen. Die belgischen Kollegen waren es auch, die unserem Wissenstand nach bereits Anfang der 80er Jahre in einem Industrieareal in Lüttich Schießbewerbe in realem Umfeld in internationalem Rahmen für Polizei und Gendarmerie anboten. 

Leider sind die Verdienste von HÜBNER und STAMMEL heutzutage gewissermaßen in den Hintergrund getreten und eine Vielzahl heutiger, selbsternannter „Verteidigungs-Guru´s“ versucht sich daran, das Rad neu zu erfinden. Es stellt sich aber immer wieder heraus, dass ein Großteil dieser propagierten Praktiken zwar spektakulär aussieht, aber bei genauerer Überprüfung nicht hält, was sie zu versprechen scheinen. Es heißt also: „Back to the roots“. Einfache, simple Praktiken, die in Stresssituationen beherrschbar sind, sind wieder gefragt.

Diese damals von vielen verächtlich „Cowboyschießen“ genannte, und daher mit einem gewissen negativen Ruf behaftete Art des Schießens wurde vor allem aus den etablierten Sportschützenkreisen heraus, teils vehement, angegriffen, Dies störte uns als behördliche Waffenträger keinesfalls und auch von Seiten unserer Vorgesetzten wurden uns keine Hindernisse in den Weg gelegt. Wir konnten unseren begonnenen Weg also zielstrebig fortsetzen.

Natürlich machte diese Art des Schießens auch nicht vor den Reihen der privaten Schützen halt und es entstanden die ersten „Combatschießklubs“ in Österreich, wobei in Vorarlberg der „1. Vorarlberger Combat-Club (1. VCC, offiziell gegründet 1982) als erster aufschien. Viele dieser Vereine sind dann im Laufe der Zeit in das „IPSC“-Lager (=International Practical Shooting Confederation) gewechselt, bei dem das dynamische Schießen nach einheitlichen Regeln und Scheibenmaterial erfolgt und eine „entschärfte“ Form des ursprünglichen Combatschießens darstellt. IPSC hat also heute nichts mehr mit Combat- oder gar Verteidigungsschießen zu tun.

Aufgrund persönlicher Kontakte kam es von Anfang an zu einer regen Zusammenarbeit mit dem 1. VCC und es überraschte daher nicht, dass deren rührige Mitglieder die Idee hatten, auch einmal einen Schießwettkampf auf realer Basis nach belgischem Vorbild für Vorarlberger Exekutivangehörige zu veranstalten. Dieser Wettkampf fand daher am 7. Juli 1984 unter der Federführung des 1. VCC im Schießkeller in Kennelbach statt. Keiner ahnte damals, was einmal daraus werden sollte.

Aufgrund der lebhaften Zustimmung von allen Seiten wurde bereits im Folgejahr, Juli 1985, der 2. „Combatschießwettkampf auf realer Basis“, diesmal als Gemeinschaftsprojekt des 1. VCC und der IG, ausgerichtet. Und schon im darauffolgenden Jahr, Juni 1986, fand der nächste Wettkampf, mit einer steigenden Zahl Teilnehmer aus Kreisen der Exekutive, auch aus dem Ausland, statt. Es war daher nur natürlich, dass ab diesem Zeitpunkt der Bewerb unter dem Namen „Internationales Verteidigungsschießen“ firmierte. (Chronologie des „IVS“ unter „Geschichte der IG“).

  

Das waren die Anfänge

 

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In der Folge war das Bestreben, die Situationen, die immer im scharfen Schuss mit der eigenen (Dienst-)Waffe bewältigt werden müssen, immer realer zu gestalten. Das bedingte immer aufwändigere Vorarbeiten, sodass bald auf einen 2-jährigen Rhythmus umgestellt wurde. Ab dem 7. Internationalen Verteidigungsschießen im Juni 1994 wurde aus dem selben Grund sogar auf ein 3-jähriges Intervall umgestellt. Inzwischen dauern die Vorarbeiten für eine Veranstaltung schon bis weit über ein Jahr.

Im Gegensatz zu anderen Veranstaltern bemühen wir uns, die Situationen („Stage`s“ auf neudeutsch) äußerst wirklichkeitsnah mit dazu passenden Zieldarstellern, sowohl als Papierscheiben als auch dreidimensional, zu gestalten. Inzwischen sind schon bei mehreren Bewerben auch Situationen interaktiv zu lösen, d.h. mittels ungefährlichen Markierungswaffen und lebenden Darstellern, in einem realen Umfeld, was natürlich einen erheblichen Sicherheitsaufwand vonnöten macht.

Den Teilnehmern sind die Situationen nicht bekannt, sie erhalten zu Beginn nur   grundsätzliche  Informationen. Wie im Ernstfall wissen sie nicht, was auf sie zukommt. Sie müssen augenblicklich selbst entscheiden, ob sie schießen oder nicht. Daher werden auch Situationen eingebaut, bei denen nicht geschossen werden darf. Bei richtiger Reaktion gibt es auch dafür Punkte. Die Zieldarstellungsscheiben gliedern sich in Fallscheiben, die nur bei einem Treffer in der Wirkungszone fallen, Dreh- und Klappscheiben, die nur eine bestimmte Zeit sichtbar werden und, wie erwähnt, dreidimensionale Zieldarsteller.

 

   Situation mit dreidimensionalen Darstellern beim IVS 91

 

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Auch die Bewertung wird nach unterschiedlichen Kriterien durchgeführt. Es gibt Situationen, bei denen die Zeit gemessen wird, bis die Situation gelöst ist, dabei kommen natürlich Fallscheiben zum Einsatz, bei anderen ist die Zeit durch das Auftauchen und Verschwinden von Scheiben vorgegeben. Bei anderen Situationen wird wiederum die Zeit vorgegeben, in der die Situation zu lösen ist.

Im Ernstfall spielt der Stressfaktor eine gewichtige Rolle. Die Teilnehmer werden daher vor dem Bewerb informiert, dass sie während der Bewältigung des Bewerbes durch unsere  Bewerter durch zur Eile antreiben, Anschreien und sogar durch gemäßigtes Stoßen in einen solchen Zustand versetzt werden. In der Regel verlassen die Teilnehmer den sonst eher kühlen Schießkeller schweißnass.

Aus Gründen der Fairness beteiligen sich die Mitglieder der IG und des 1.VCC nicht am Bewerb. Wir gehen sogar so weit, dass wir den Schießkeller für die Dauer der Aufbauarbeiten, welche bis zu 4 Wochen dauern können, mittels unseres elektronischen Zutritts-System sperren und nur den Gestaltern der Situationen Zutritt gewähren.

Um auf die Situationen zurück zu kommen: Wegen der relativen Beengtheit im Schießkeller können wir dort keine Partneraktivitäten anbieten. Ein Mannschaftsbewerb, bei dem die Ergebnisse bestimmter Teilnehmer zusammengezählt werden, kommt für uns nicht in Betracht. Zu groß wäre eine Beeinträchtigung der persönlichen Leistung der Teilnehmer, wenn sie durch die Mannschaftskameraden zwischenzeitlich informiert werden würden.

Unser Bestreben ist es, in unserem - so weit uns bekannt ist -  im deutschsprachigem Raum  einzigen derartigem Bewerb dem Teilnehmer einen Überblick über seine Leistungsfähigkeit im Schusswaffengebrauch unter wirklichkeitsnahen und auch stressbedingten Situationen zu geben.

Daher sind auch unsere Situationen so gestaltet, wie sie eben jedem beruflichen Waffenträger passieren können. Ein, zwei oder höchstens 3 Gegner, oder auch gar keiner, wie erwähnt,  pro Situation, mehr nicht. Also keine „Ballereien“  mit dutzenden Gegnern wie in anderen derartigen Bewerben in Westeuropa. Daher kommt der Teilnehmer bei uns in der Regel mit max. 50 Patronen aus. Neben der sicheren Schussabgabe, wenn erforderlich, soll vor allem auch die jeweilige Situation richtig beurteilt  und der stressbedingte „Tunnelblick“ eliminiert werden können.

Seit einigen Jahren verzichten wir auch auf direkte Geiselnehmersituationen. Die gesetzliche Lage in den Staaten ist zu unterschiedlich, um einheitlich interpretiert werden zu können. Die Bewertung in einem Bewerb soll für alle Teilnehmer einheitlich sein. Aus den selben Gründen stellen wir auch keine Situationen dar, in denen Messer oder sonstige – im Ernstfall lebensgefährliche – Werkzeuge vorkommen. Eine klare Linie bei uns: Zu bekämpfen sind diejenigen, die Schusswaffen haben, egal, in welche Richtung die Waffe zeigt. Die einzige Ausnahme: Siehe nächster Absatz. Trotzdem gilt es jederzeit, das Gesamtgeschehen im Auge zu behalten und auf eventuelle Bedrohungen entsprechend zu reagieren.

Was haben scharfe und schärfste Gewürze mit unserem Verteidigungsschießen zu tun?

Seit je her haben wir in den Situationen einen „Kollegen“ eingebaut, der mit der Waffe in der Hand, meistens in im ungeeignetsten Moment, auftaucht. Dieser „Kollege“ wird dem Teilnehmer vor Beginn optisch gezeigt, er muss sich diesen einprägen und dann im Stress des Bewerbes darauf achten, ihn nicht zu beschießen, was doch einem nicht unerheblichen Prozentsatz leider nicht gelingt. Beim ersten Mal wurde dafür eine Scheibe gewählt, die einem (echten) Kollegen verblüffend ähnlich sah. „Der sieht aus wie der Salzinger“. Nach dem großen Erfolg mit dieser „Freundscheibe“, war klar, dass beim nächsten Mal wieder ein Gewürzname fällig war: „Major Alfons Pfeffinger“. So ging es fort mit Jose Ketschinger, Miss Janet Chili, Raoul Tabasco, Carlos Jalapeno und 2015 wird Marco Habanero voraussichtlich wieder viele Tode im „friendly Fire“ sterben.

Grundsätzlich ist unser Verteidigungsschießen für die Teilnahme von Exekutiv- und Heeresangehörigen aus dem In- und Ausland vorgesehen. Wir hatten neben den zahlreichen Teilnehmern aus Deutschland und der Schweiz solche aus Tschechien, Ungarn, Italien, Frankreich, Belgien,   Luxembourg und den USA. Wir behalten uns aber vor, auch andere,  jedoch uns bekannte dienstliche Waffenträger von Wachdiensten und Detekteien, sowie eine streng beschränkte Anzahl Mitglieder von befreundeten Schießvereinen einzuladen.

Abschließend möchten wir mit allem Nachdruck festhalten, dass uns absolut bewusst ist, hier eine bitterernste Sache, die nun mal einen Schusswaffeneinsatz gegen Menschen ist, mit einem Wettbewerb zu verbinden. Mancher Zeitgenosse wird da seine Probleme haben. Aber wir bieten dem behördlichen Waffenträger einen Anreiz, seine Fähigkeiten in einer möglichst realen Art auszutesten, was in der dienstlichen Ausbildung aufwandsmäßig wohl nicht zu schaffen ist. Vor allem soll im Rahmen der dreitägigen Veranstaltung der Kontakt der in- und ausländischen Kollegen untereinander und dem unweigerlich folgenden Erfahrungsaustausch ein wesentlicher Nebeneffekt sein.

Wir hoffen, dass unser Aufwand durch eine möglichst hohe Zahl von Teilnehmern belohnt wird, damit das Internationale Verteidigungsschießen auch noch 2018 auf dem Terminkalender steht.

 

Bregenz, im Juli 2014

Karl-Heinz Rösler

 

Situationen des IVS 12

 

 

Dienstag, 27 Mai 2014 02:00

Geschichte

 

Zur Geschichte der Interessengemeinschaft:

1973:

Erste Schritte zur Schaffung eines Schießstandes durch Karl-Heinz und Helmut Rösler, sowie Vizeleutnant Albert Hollaus mit der Errichtung einer provisorischen Schießstätte im Keller des Wohnhauses Schulgasse 3 in Bregenz.

1975:

Suche nach einem geeigneten Objekt zur Errichtung eines vollwertigen Schießstandes für das „Combat-Schießen “. Abklären der rechtlichen Lage. Ende des Jahres fündig geworden bei der Fa. Schindler in Kennelbach.

1976:

Anfang des Jahres wurde im Wege über die IPA ein Interessententreffen im damaligen Gasthaus „Weberbeck“ in Bregenz organisiert. Albert Hollaus (+) , Udo Waldsam (+), Arno Meßmer, Hubert Schedler, sowie Karl-Heinz und Helmut Rösler gründen als Proponenten die Interessengemeinschaft.

06.03.1976:

15 Mitglieder richten den ehemaligen Luftschutzkeller im „Kameradschaftshaus“ im Schindlerareal in Kennelbach zu einem Schießstand her. Entfernung von 2 Lastwagenladungen Schutt, Elektro- installationen und Kugelfänge aus geschnittenen Eisen- bahnschwellen werden errichtet. Kosten ATS 4.500,-.

08.01.1977:

1. Schießwettkampf mit 10 Teilnehmern.

01.01.1978:

Mitgliederstand: 24 Er pendelt in den nächsten 5 Jahren um die 30.

07.04.1979:

2. Schießwettkampf mit 11 Teilnehmern. Das Selbstvertrauen der Kameraden scheint noch nicht allzu groß zu sein.

15.10.1983:

Der Aufschwung setzt ein, steigende Mitgliederzahlen und eine höhere Nutzung des Kellers sind die Folge. Der an diesem Tage durchgeführte 3. Schießwettkampf mit 25 Teilnehmern bestätigt dies.

07.07.1984:

Der 1. Vlbg Combat-Club führt als Gastveranstalter im Schießkeller das 1. Verteidigungsschießen durch und legt damit den Grundstein für eine inzwischen europaweit bekannt gewordene Großveranstaltung.

Juli 1985:

2. Verteidigungsschießen, inzwischen als Gemeinschafts- veranstaltung der IG Schießkeller und dem 1. VCC, wobei die eigenen Mitglieder aus Gründen der Fairness nicht mehr teilnehmen und die Teilnahme auf Angehörige der Exekutive und des Heeres beschränkt ist.

Juni 1986:

3.Verteidigungsschießen, nun mit ausländischer Beteiligung.Der Gewinn aus dieser Veranstaltung wird zur Errichtung einer Wasserleitung verwendet.

Herbst 1986:

Der 1. Vorarlberger Combat-Club (1. VCC) tritt als Mitnutzer ein. Hubert Schedler, Helmut und Karl-Heinz Rösler nehmen über Einladung des Veranstalters als erste und einzige ausländische Mannschaft unter dem Namen der IG am bekannten schweizerischen „Großen Preis von Aarau“ teil. Bei diesem körperlich sehr anspruchsvollen Mannschafts- und Mehrwaffenwettkampf gelingt mit dem 6. Rang ein beachtlicher Erfolg.

Juni 1987:

4. Internationales Verteidigungsschießen mit über 70 Teilnehmern.

Juni 1989:

5. Internationales Verteidigungsschießen mit nun schon über 100 Teilnehmern aus mehreren Staaten.

Mai 1990:

Die Abwasserleitung wird installiert.

Herbst 1990:

Erstmalige und bisher einzige Anpassung der Mitgliedsbeiträge.

1991:

Dank des Entgegenkommens der Fa. Schindler dürfen wir in unmittelbarer Nähe eine Toilette einrichten. Die ersten beiden TIRAX-Antriebe werden angeschafft. In den folgenden Jahren erwerben wir noch weitere dieser universellen Scheibenantriebe.

Juni 1991:

6. Internationales Verteidigungsschießen mit über 150 Teilnehmern.

02.04.1992:

Erste Mitgliederversammlung, welche ab diesem Zeitpunkt egelmäßig jährlich durchgeführt wird.

Juni 1994:

7. Internationales Verteidigungsschießen mit 170 Teilnehmern.

Herbst 1994:

Die Einrichtungen des Schießkellers werden für die Schießausbildung der Beamten des Landesgendarmerie- kommandos Vorarlberg herangezogen. Auch die Grundausbildungskurse werden sehr erfolgreich regelmäßig ein- bis zweimal im Schießkeller trainiert. Leider sehen die zuständigen Stellen im Jahre 2004 aus nicht nachvollziehbaren Gründen keine Notwendigkeit mehr für diese nach wie vor kostenlos angebotene Möglichkeit, die Beamten in realen Situationen zu schulen.

Juni 1997:

8. Internationales Verteidigungsschießen mit nun beachtlichen 260 Teilnehmern.

20.08.1998:

Installierung eines elektronischen Zutrittssystems.

Mai 2000:

9. Internationales Verteidigungsschießen mit 270 Teilnehmern.

24.11.2001:

Feier zum 25. Bestandsjahr im Schindlersaal in Kennelbach.

Juni 2003:

10. Internationales Verteidigungsschießen mit dem bisherigen Höchststand von 280 Teilnehmern.

Juli 2005:

Die „1. Polizeibundesmeisterschaften“ finden im Ländle statt. Die Sparte „Praktisches Pistolenschießen“ wird zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer im Schießkeller abgewickelt.

Sept. 2006:

11. Internationales Verteidigungsschießen mit 181 Teilnehmern in Verbindung mit dem Jubiläum „30 Jahre IG“.

Juni 2009:

12. Internationales Verteidigungsschießen mit 164 Teilnehmern. Trotz Beurteilung unseres „IVS“ in div. Medien als eine der besten derartigen Schießveranstaltungen in Europa scheint das Interesse der Kollegen abzunehmen. Auch hören wir von bürokratischen Hindernissen seitens von Vorgesetzten.

April 2012:

13. Internationales Verteidigungsschießen mit 231 Teilnehmern. Es scheint wieder aufwärts zu gehen. Unsere Kapazitäten würden aber noch weitere Teilnehmer zulassen.

2013: Die Ausbildung der jungen Polizeibeamten in der Form des taktischen

Schießens, auch in der Dunkelheit, wird wieder in unserem Schießkeller aufgenommen. Die Verantwortlichen besinnen sich offenbar wieder.

April 2015: 14. Internationales Verteidigungsschießen mit 243 Teilnehmern aus 4 Nationen.

Wiederum eine bestens gelungene, von allen Teilnehmern gelobte Veranstaltung.

März 2016: 40 Jahre Schießkeller. Mit Beschluss der Versammlung wird auf die Durchführung

eines Jubiläumsfestes verzichtet; der eingesparte Betrag soll für die Ausstattung des Schießkellers verwendet werden. Die Weichen für das 15. Int. Verteidigungsschießen im Jahre 2018 werden gestellt.

August 2016: Die Ausstattung des Schießkellers mit modernen LED-Leuchten beginnt. Ein neuer

Abschnitt im Bestehen des Schießkellers, den wir uns zu Beginn nicht vorstellen hätten können.

April 2018:    15. IVS mit über 270 Teilnehmern.

Wiederum eine bestens gelungene Veranstaltung, welche von den Teilnehmern begeistert aufgenommen wurde.

Ab Herbst 2018:

Großflächige Erneuerung der hölzernen Kugelfänge mit 40 m3  geschnittenen Balken, Erneuerung des Hauptkugelfanges mit über 1,5 Tonnen speziellem Kunststoffgranulat

 

Die derzeit über 120 Mitglieder der Interessengemeinschaft von Polizei (früher Gendarmerie, Zollwache) Gemeindesicherheitswache und Bundesheer nutzen den Schießkeller, der kein öffentlicher Schießstand ist, eigenverantwortlich und haben jederzeitigen Zutritt.

Unser Schießkeller wurde zu einem Zeitpunkt geschaffen, zu dem die dienstliche Schießausbildung in keinster Weise den Anforderungen entsprach und sollte den an einer praxisorientierten Schießausbildung interessierten Kollegen dazu eine Basis schaffen. Diese hat unser Schießkeller bisher in hervorragender Weise erfüllt und die dabei gewonnenen Erkenntnisse haben sicherlich auf zu der in den letzten Jahren eindeutig verbesserten behördlichen Schießausbildung beigetragen.

Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir in der Lage waren und sind, unseren Schießkeller zur behördlichen Schießausbildung unentgeltlich zur Verfügung stellen zu können und dass dies auch wieder angenommen wird.

Dass wir den Betrieb unseres Schießkellers in den vergangenen fast 40 Jahren ausschließlich selbst finanziert und keinerlei öffentliche Mittel in Anspruch genommen haben, wollen wir natürlich an dieser Stelle nicht verschweigen.

Es wäre uns nicht möglich gewesen, dieses Werk zu schaffen und am Laufen zu erhalten, wenn uns nicht Seiten des Vermieters in der Person des Herrn Ing. Beat Schindler jederzeit verständnisbereit und zuvorkommend unseren Wünschen und Anliegen entgegengekommen worden wäre, wofür wir an dieser Stelle unseren herzlichen Dank aussprechen.

Auch seitens der Gemeinde Kennelbach mit den Herren Bürgermeistern Hofrat Dr. Egon Sinz, Reinhard Hagspiel und Hans Bertsch wurden unsere Anliegen stets wohlwollend aufgenommen und bei unseren Vorhaben tatkräftig unterstützt.

 

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